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Einsatz der Impedanzkardiographie in der Intensivmedizin

Aufgrund der Nichtinvasivität und ihrer einfachen Handhabung eignet sich die Impedanzkardiographie hervorragend für die kontinuierliche Überwachung hämodynamischer Parameter über einen nahezu unbegrenzten Zeitraum.

Mit 8 normalen EKG-Elektroden können Herzminutenvolumen (HMV bzw. HZV), Schlagvolumen (SV), die systolischen Zeitintervalle Preejektionszeit (PEP) sowie linksventrikuläre Austreibungszeit (LVET) bestimmt und darüber hinaus Aussagen zur Kontraktilität des linken Ventrikels getroffen werden. Auch wenn die absolute Genauigkeit der gemessenen Werte z.T. umstritten ist, gibt es keinen Zweifel daran, dass Veränderungen dieser Parameter sehr gut mittels Impedanzkardiographie erfasst werden.

Die folgende Abbildung zeigt das Beispiel eines hämodynamischen Schocks während einer postoperativen Überwachung:

Abb: Hämodynamischer Schock - Trendverlauf





Fallstudie:

Deutlich ist zu erkennen, dass die um 11:11 beginnende Abnahme der Herzfrequenz in den ersten Minuten über eine Erhöhung des Schlagvolumens kompensiert wird. Ab 11:18 sinkt die Herzfrequenz in stärkerem Maße, als das Schlagvolumen zunimmt. Daher kommt es jetzt zu einem Abfall des Herzzeitvolumens HZV, das in den folgenden Minuten rapide sinkt. Ab 11:22 gelingt es dann, durch Steigerung der Herzfrequenz das HZV wieder zu stabilisieren.

Neben der Trenddarstellung kann zur Überwachung auch das hämodynamische Zustandsdiagramm verwendet werden.

Abb: Hämodynamischer Schock - Zustandsdiagramm





Hier ergibt sich die graphische Darstellung aufgrund der Werte des auf die Körperoberfläche des Patienten bezogenen Herzzeitvolumens (CI = Cardiac Index) und des zusätzlich eingegebenen arteriellen Mitteldruckes (MAP).
Der Abeitspunkt (=hämodynamischer Zustand) befindet sich im Idealfall im Zielbereich und kann wertvolle Hinweise zur Therapie geben.
Über den aus der Grundimpedanz bestimmten Thorakalen Flüssigkeitsgehalt (Thoraxflüssigkeit auf der rechten Seite der Abbildung) können Rückschlüsse über die Menge der im Thorax befindlichen Flüssigkeiten gezogen werden.

Auch wenn die Impedanz keine direkte Bestimmung des Pulmonalisdruckes zulässt, können mit Hilfe der O-Welle im Impedanzkardiogramm dessen Änderungen beobachtet werden.


Abb: Erhöhung der O-Welle unter Belastung





Die beiden Abbildungen zeigen sehr deutlich die Veränderung der O-Welle entsprechend der Erhöhung des Pulmonalisdruckes eines herzinsuffizienten Patienten unter ergometrischer Belastung.

Die impedanzkardiographisch gewonnenen hämodynamischen Parameter können somit wertvolle Hinweise bei der Führung von Intensivpatienten geben und sind dabei aufgrund ihrer Nichtinvasivität völlig ungefährlich für den Patienten.
 

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Last modified 2006-08-04